Rheinhessenmeisterschaften in Bodenheim

Am langen Himmelfahrtswochenende fanden bei sommerlichen Temperaturen traditionell die Verbandsmeisterschaften des Pferdesportverbands Rheinhessen in Bodenheim statt und die Reiter konnten sich über Titel, Schärpen und Medaillen freuen.

Vor allem der RSV Schwarz-Weiß Hechtsheim untermauerte den starken Eindruck, den seine Reiter seit Beginn der Saison auf Turnieren hinterlassen haben. Das Mannschaftsspringen der Klasse A* ging an die drei Reiter Katrin Matsushita, Peter Sinzig und Christina Muy, die von Hannah Dilling aus Nierstein, die ebenfalls bei Lisa Sieben trainiert, verstärkt wurden. Auch die zweite Mannschaft behauptete sich mit Rang drei hervorragend, genau wie die Dressurmannschaft. In der Summe bedeutete das den Vize-Titel unter den sieben rheinhessischen Mannschaften, nur übertroffen von den Gastgebern aus Bodenheim, die nach dem Dressur-Sieg mit Rang drei im Springen punktgleich lagen, aufgrund der entscheidenden Dressurnote dann aber den Titel gewannen. Bronze ging an den RFV Mainz-Gonsenheim.

In den Einzelwertungen gab es zwei Titel für den RSV Schwarz-Weiß Mainz-Hechtsheim: Peter Sinzig und der aus eigener Zucht stammende Limoncello S waren in der Leistungsklasse (LK) 4 siegreich. In beiden L-Springen gelangen dem Paar feine Nullrunden – nur Astrid Höbel (RSG Worms-Pfeddersheim) konnte mit Diva Fleur nachlegen, doch die bessere Gesamtzeit entschied zugunsten von Peter Sinzig. Astrid Höbel wurde Vize-Meisterin, Bronze bekam Lisa Kade (RFV Rüsterbaum), die mit Event of Fire zwei Abwürfe auf dem Konto hatte. Neue Rheinhessenmeisterin der LK 5 wurde Christina Muy. Auf A**-Niveau war sie mit Shalimero ebenfalls zweimal fehlerfrei aus dem Parcours gekommen. Das gelang noch sechs weiteren Paaren, sodass auch hier die Gesamtzeit entschied. Nur 54 Hundertstelsekunden war Christina Muy schneller als die neue Vize-Meisterin Ronja Braum (RV Marienhof Selztal), die im Sattel von Enjoy VK saß und erst an Ostern ihren ersten Sieg in Klasse A feiern konnte – eine tolle Entwicklung der 19-Jährigen! Die Bronzemedaille ging nach Hechtsheim an Katrin Matsushita und Wittinger Son.

Knappe Entscheidung

Janice Scholz (Pferdefreunde Riedertal) wurde mit Beautyful Girl Rheinhessenmeisterin der LK 6. Nach zwei A*-Stil-Springen hatte sie zwar punktgleich mit Natalie Jaeger (RSV Schwarz-Weiß Mainz-Hechtsheim) und Flip Flop S in Front gelegen, die bessere Wertnote im Finale bescherte ihr dann aber den Sieg. Francesca Matic (RSG Rheinhessenblick) und Catoh komplettierten das Podium. Melina Lörler (JFR Selztal) setzte sich mit Ludwig von Ellerbachtal in der niedrigsten LK 0 und 7 ganz knapp gegen Hannah Strempel mit Koran und Lynn Weirich (beide RSV Schwarz-Weiß Mainz-Hechtsheim) mit Magnum durch. In der höchsten LK 2 und 3 ging der Titel nach zwei souveränen Nullrunden in den M*-Springen an ein absolut routiniertes Paar – Kathrin Müller (RSV Rheinhessen-Mitte) und der Hengst Damarco haben bereits internationale Erfahrung auf dem Konto. Damarco ist ein gefragter Vererber in der hiesigen Springpferdezucht und gehört dem Gestüt Fohlenhof in Hassloch, wo Kathrin Müller als Bereiterin arbeitet. Außer diesem Paar blieb niemand fehlerfrei in beiden Springen. Silvana Bäder (RFV Framersheim) und Rahmannshof’s Belmondo patzten einmal am Samstag, Simone Weil (RSV Rheinhessen-Mitte) und Strawberry Flip W hatten einen Abwurf am Sonntag. Die bessere Zeit entschied zugunsten von Silvana Bäder, die Vize-Meisterin wurde, Simone Weil holte im Sattel ihres Pferdes aus eigener Zucht Bronze.

Mainzer Podest in der Dressur

Rein mit Mainzer Reiterinnen besetzt war das Podest in der höchsten LK 2 und 3. Julia Richter (RFV Mainz-Ebersheim) und ihr Sandros Hit machten das Rennen auf M-Niveau und hatten die Nase vorne vor Kira Schlenger (RFV Mainz-Gonsenheim) mit Francis Drake und Stefanie Muhr vom RV Hofgut Laubenheimer Höhe mit Silvester. Ganz knapp ging es in der LK 4 beim Kampf um die Silbermedaille zu. Jona Maya Kühnemann (RZV Jugenheim) und Lucky Luke R erwischten am Samstag nicht den besten Auftakt, steigerten sich dann aber und konnten am Ende noch den Vize-Titel holen – mit minimalem Vorsprung vor Mika Lammersfeld (PferdeSC Erbes-Büdesheim) und Holy go Lightly. Keine Überraschung und unangefochten war der Verbandstitel für Lena Rex von der RSG Worms-Pfeddersheim. Beide Prüfungen auf L-Niveau konnte die 14-Jährige, die Mitglied im E-Kader ist, mit Weltstern für sich entscheiden.

In der LK 6 gab es in diesem Jahr die einzige gesonderte Wertung für die Ponyreiter und die war mit acht Startern auch ordentlich besetzt. Mit sattem Vorsprung ging der Titel an die erst neunjährige Hanna Köpf (Pferdefreunde Riedertal) und ihre Ponystute Mona, die vor allem in der zweiten A*-Dressur mit einer 8,4 glänzte. Das bedeutete den Titel für die junge E-Kader-Reiterin vor ihrer Vereinskollegin Janice Scholz, die mit My little Diamond eigentlich eher im Springparcours erfolgreich ist – doch auch im Viereck läuft es für die Gewinnerin der Landesjugendschärpe 2019. Diese Vielseitigkeit in allen Disziplinen wurde mit der Berufung in den E-Kader belohnt. Die Bronzemedaille gewann Romy-Josephine Reinke (PferdeSC Erbes-Büdesheim) mit Holsteins Serafina. Ihre Vereinskollegin Paula Schiebener verpasste auf Rang vier zwar knapp das Treppchen, wurde aber für den rheinhessischen E-Kader nominiert, genau wie Swantje Bickel (Pferdefreunde Riedertal). Bei den Großpferdereitern der LK 6 machte Sabine Schön mit Krazy Kasanova in der zweiten Wertungsprüfung auf A*-Niveau richtig viel Boden gut und wurde noch Zweite vor Katja Hermanns (RSG Worms-Pfeddersheim). Neue Verbandsmeisterin wurde Samira Ulrich. Die Reiterin aus Mainz-Ebersheim war mit Scarlett als Zweitplatzierte nach der ersten Wertung geführt worden, holte dann aber mit Abstand die beste Wertnote und wurde mit komfortablem Vorsprung Rheinhessenmeisterin.

Komfortabler Vorsprung

Komfortabel – so war auch der Sieg von Jimena Müller (RSV Rheinhessen-Mitte) und Donna Greta in der LK 5. Nicht der erste Verbandstitel für das erfolgreiche Paar, das auch Mitglied im E-Kader ist, doch die beiden einzigen Wertnote über 8,0 im Klassement sprechen eine deutliche Sprache. Silber und Bronze gingen mit Bianca Lörsch und Cavallo da Milano und Lisa-Marie Erni mit Chilla Mafi an die RSG Rheinhessenblick. Maya Schiebener (PferdeSC Erbes-Büdesheim) setzte sich mit Danny Blue nach zwei E-Dressuren in der LK 0 und 7 gegen die Konkurrenz durch. Für Lynn Weirich, die auch im Springen schon auf dem Treppchen gestanden hatte, gab es mit Revelation zudem den Vize-Titel in der Dressur dieser Klasse, Bronze ging an Anika Rathje (RFV Mainz-Gonsenheim) mit Domingo G.

Eva Schaab

Die Autorin ist Redakteurin der Verbandszeitschrift PFERDESPORT Journal

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