Delegiertenversammlung des Landesverbandes

Wer am 21. April zur Delegiertenversammlung kam und Änderungen im Vorstand des Landesverbandes erwartet hatte wurde enttäuscht. Es blieb fast der alte. Vielleicht ein Zeichen der guten Zusammenarbeit, oder will sich keiner für diese Arbeit engagieren. Es wird immer schwieriger Freiwillige zu aktivieren und das nicht nur im Reitsport. Einziger Wermutstropfen an diesem Abend, im Haushaltsplan war ein leichtes Minus zu verzeichnen und das nächste Jahr sieht nicht besser aus.

Obwohl die Bayern an diesem Abend gegen Porto spielten, konnte Peter Holler einen vollen Saal begrüßen. Da umfangreiches Zahlenmaterial im Jahresbericht verteilt worden war, konzentrierte er sich auf einige wesentliche Informationen. Die negative Nachricht gleich am Anfang: Während die Anzahl der Reitvereine und Pferdebetriebe in den letzten Jahren praktisch unverändert blieb, reduziert sich die Anzahl der Mitglieder weiterhin. Zwar nur 1,43 % aber der Trend konnte noch nicht gestoppt werden. Erfreulich, dass die Pferdesportveranstaltungen weiterhin unverändert geblieben sind.

Stolz wies Peter Holler auf zahlreiche Erfolge im vergangenen Jahr hin. Die Para Dressurreiter, die Voltigierer im Einzeln und als Gruppe aus Ebersheim und Laubenheim sowie als Einzelstarter Raphael Netz von Gonsenheim mischten national und international erfolgreich mit. Erfreulich auch, dass unter Leitung von Wolfgang Mengers nach längerer Pause wieder eine Mannschaft zur „Goldenen Schärpe“ geschickt werden konnte. Gleichzeitig bedankte sich Peter Holler bei den Ausrichtern der verschiedenen Landesmeisterschaften, bei seinem Vorstandsteam und der Geschäftsstelle für die geleisteten Arbeiten.

Klaus Blässing ist es schon gewohnt, dass ihm der Präsident die meisten Neuigkeiten wegschnappt. So blieb ihm fast nur der Geschäftsbericht und der endete dieses Mal mit einem Minus von 30,000 €. Hauptgründe waren der Wegfall des Landeszuschusses vom Ministerium in Höhe von 12,750 €. Der Rückgang der Mitglieder führt zu geringeren Beitragszahlungen. Höhere Ausgaben verursachte die Anschaffung eines beweglichen Hindernis Parcours, der allen Vereinen zu Verfügung steht. Zeiskam wurde für die DJM finanziell unterstützt. Dass hier das Geld gut angelegt war, zeigt der überragende Erfolg dieser Veranstaltung. Nachteil, sie sind dieses Jahr schon wieder Gastgeber. Der Landesverband konnte mit Blick auf die angespannte finanzielle Lage den Zuschuss nicht in voller Höhe versprechen. Inzwischen wurde ein anderer Ausgleich gefunden.

Als besondere Punkte hatte sich Geschäftsführer Klaus Blässing noch die Geschlechterentwicklung im Reitsport herausgepickt. Die Damen sind weiter im Vormarsch. In der Zucht ist ein Rückgang an Fohlen zu beobachten. Die ausländischen Züchter verdrängen zum Teil die deutschen Züchter. Dauerthema die Pferdesteuer. Vier hessische Gemeinden haben sie bereits eingeführt mit fraglichem Erfolg. Vereine wurden aufgelöst, Gnadenpferde eingeschläfert. Sein Appell an alle Reiter und Vereine, ein wachsames Ohr zu haben und sich mit dem Verband in Verbindung zu setzten, wenn in einer Gemeinde über diese Steuer diskutiert wird.

Kassenprüfung berichtete von keinen Problemen, der Vorstand erhielt das Vertrauen der Versammlung. Unter der Leitung von Dr. Peter Ritter konnten die Wahlen beginnen. Fast alle bisherigen Amtsinhaber wurden einstimmig wieder gewählt. Lediglich Corinna Schumacher vom Fachbeirat Dressur wird durch Bruno Eidam ersetzt.

Der Punkt Verschiedenes brachte keine Beiträge. Vielleicht wollten doch einige der Delegierten noch einen Teil des Fußballspieles Bayern gegen Porto erleben. Die Bayern gewannen 6:1 und hoffentlich gewinnt der Pferdsport wieder mehr Mitglieder.

 

Dietmar Rodewald

28.04.2015